#Deadlight – Rattenfleisch zum Lunch

Am Wochenende kam ich dann auch mal endlich in den Genuss von Rattenfleisch Deadlight. Im Vorfeld hatte ich mir schon die ein oder andere Kritik (1, 2) dazu durchgelesen und bin mit durchwachsender Stimmung an das Spiel rangegangen. Auf der einen Seite soll die bedrückende  Stimmung überragend in Szene gesetzt worden sein, aber die Spielmechanik etwas hinken. Glücklicherweise durfte ich feststellen, dass letztere Kritik eher am unvermögen des Autoren gelegen haben muss.

Aber der Reihe nach. Da unsere faulenden und humpelnden Freunde in letzter Zeit ja eine wahrhafte Renaissance erleben, sprießen die entsprechenden Spiele ja auch nur so aus dem Boden. Leider war da bisher auch mehr als genug Unsinn dabei. Das dachte sich wohl auch das junge Team von Tequila Works und hat sich mal an etwas anderem orientiert. Die Grundstory ist zunächst das übliche Konstrukt wie man es aus den gängigen Genre-Vertretern kennt. Die Welt steht durch eine (Zombie)-Apokalypse am Abgrund und die verbliebenden Menschen kämpfen ums überleben. Einer von diesen Menschen ist Randal Wayne, der Hauptprotagonist von Deadlight. Getrieben von der Suche nach seiner Familie macht er sich auf den Weg nach Seattle, denn dort soll es laut Aussagen einer Radioübertragung einen Safepoint geben, wo sich die Überlebenden sammeln.

Der Weg in die Metropole hat natürlich so seine Tücken. Verwüstete Straßenstriche, keine Fortbewegungsmittel und Untote lungern auch noch in der Gegend rum, darauf wartend einen Happen Fleisch zu bekommen. Aber Randy ist ja ein geschickter Bursche und weicht den Schatten (so werden die Zombies in Deadlight genannt) aus, indem er über Häuserdächer und Autowracks balanciert oder sich an Telefonleitungen langhangelt. Eine direkte Konfrontatin wäre auch recht problematisch, da Mr. Wayne zu Beginn über kein Schießeisen oder ähnliche Luxusgüter verfügt. So präsentiert sich Deadlight also erstmal als 2,5 D Jump`n`Run, indem man sich von links nach rechts bewegt. Die Zombies hingegen können auch aus der Tiefe angewackelt kommen, so dass man permanent auf der Hut sein sollte. Während man so durch die verrottete Welt schleicht, findet man einige interessante Dinge. Am erwähnenswertesten sind da wohl die Tagebuchseiten aus Randys Tagebuch, denn diese geben einen kleinen Einblick, wie es überhaupt soweit kommen konnte.

Mit derzeit verändert sich das Spiel ein wenig. Das liegt noch nicht einmal zwangsläufig an dem Fund von Waffen, denn die beste Lösung bleibt auch weiterhin den Schatten auszuweichen. Allerdings verändert sich die Umgebung. Es bedeutet nun auch Fallen auszuweichen und in haarsträubenden Sprungpassagen zu überstehen. An dieser Stelle wird oft LIMBO als Referenz genannt, allerdings fühle ich mich hier mehr an Prince of Persia erinnert. Aber das bleibt nicht die einzige Veränderung im Spiel. Freunde kommen und gehen und auch die Feinde werden nicht weniger. Nicht nur die Untoten.

Auch wenn Deadlight mit ca. 2 – 3 Stunden Spielzeit ein recht kurzes Vergnügen darstellt, so ist es doch ein recht intensives. Dank des Tagebuches erlangt man einen tiefen ein Blick in die Gedankenwelt des Protagonisten und entdeckt dort auch einige heftige Abgründe. Dies und die dezente musikalische Untermalung geben dem Spiel eine sehr dichte Atmosphäre. Und die Steuerung hat zumindest bei mir tadelos funktioniert. Wer hier verzweifelt, weil er mal an einer Sprungpassage nicht weiter kommt, hat sich wohl noch nie mit Super Meat Boy vergnügt.

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Eine Antwort zu “#Deadlight – Rattenfleisch zum Lunch

  1. nachgebloggt August 18, 2012 um 11:26 am

    Die Story ist kurz wie genial und das Spiel eines der besten, die ich seit langer Zeit gespielt habe. Ich hatte ja zunächst Bedenken, das Sidescrolling out ist bzw. nur bei SuperMario Spielen klappt, aber dem ist nicht so, das Spiel hat ein tolles Feeling, das mich an die Spiele in meiner Jugend erinnert. Commander Keen, Prince of Persia und eben Mario sind ja bekannte Vertreter des Sidescrolling mit dem Deadlight locker mithalten kann.

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